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Cat Stevens als Sohn einer Schwedin und eines griechischen Zyprioten geboren am 21. Juli 1948.
Ich beschäftige mich von Zeit zu Zeit mit Musik. Habe eine ziemlich große Sammlung. Vor allem aus den Jahren 1960 bis 1980. Nachdem ich "meine" Richtung gefunden hatte, sammelte ich Country (Denver, Wynette) und die (Disco-) Songs der 60er. Es lag fast auf der Hand, dass man in den wilden Jahren (Stichwort 68er) Donavan, Baez, Cocker, kurz gesagt, Woodstock erlag. Aber "unter uns" führten wir ergreifende Gespräche und Diskussionen über das Leben und über das, was man alles besser machen wird (ihr "Turnschuhe" habt es nicht umgesetzt!) und legten die Scheiben von Leonard Cohen und natürlich Cat Stevens auf. So richtig ernste Musik - auch mal heiter - aber super dupa! Und nun ist die Zeit gekommen, da ich meine Recherchen über die Karriere von Cat Stevens niederschreiben möchte. Wer etwas ergänzen kann: hergeben, ich mach das... 1966 erscheint sein erstes Album. "Matthew & Son" waren Titel und Leitsong der Scheibe. Ein Star war geboren. Die 15 weiteren Titel waren „ganz nett“, beachtlich war allerdings nur School is out. 1967 folgte dann "New Masters". The first cut is the deepest sollte dann der Titel werden, der – man mag es kaum glauben – am häufigsten auf allen Platten vertreten sein wird (14 mal!). Ein richtiger Hit war nicht zu hören, aber einiges, was immerhin gehört wurde und auch einige Male die Sampler der Zukunft füllen würde. Toll fand ich It´s a super (dupa) life, allein der Titel schon...
Irgendwie fehlte etwas an seinen Songs. Sie waren alle nett, aber auch anders und deshalb schwierig. Deshalb war Cat Stevens eher Insidertipp. Dann der Durchbruch 1970: "Mona Bone Jakon" mit gleichnamigem Leitsong. Nicht der Riesenhit, aber endlich hatte man sich an seine Music gewöhnt und er sich wohl auch an die Fans, schien auf die Leute einzugehen. War es Ironie? I think I see the light war einer Titel der den Zeitgeist wiedergab. Damals konnten wir nicht so gut Englisch wie die Jugend heute, hörten weniger auf die Texte, vielmehr auf die Musik. Das schloss nicht aus, dass man den kompletten Text mitsingen konnte (weißt du noch, z.B. "Suzanne" von Cohen und Cats "Father & Son"). Haben wir über die Texte nachgedacht? Nein, wir haben den Song erfühlt: energisch und voller Drang nach vorn, Gefühl bei Lady D´Arbanville, Trouble, Lilywhite. Kaum ein Titel war daneben. Noch im gleichen Jahr dann die Revolution mit "Tea for Tillerman" (Song Tea for Tillerman [ist das ein Song?] zum nachdenken?) und Wild World, nicht zu vergessen den erst heute so richtig verstanden Titel Father and Son. Allein der Titel des Songs But I might die tonight begeisterte uns schon – leben, frei leben, so war 1970. Wer jetzt Cat Stevens noch nicht kannte war einfach platt. Berauscht von den Erfolgen schien insbesondere die Plattenindustrie: aus erst 4 LPs einen Sampler ("The world of Cat Stevens") zu formen ist schon gewagt. Da sagt noch einer, das Fernsehen habe Wiederholungen erfunden...
1971 ließ „die Katze“ es so richtig krachen: "Teasers and Firecat" hieß das 5. Album. Schon berühmt das Cover. So stellte man sich den Star vor, spielerisch und voller Farben. Morning has broken ist wohl sein größter Hit gewesen und er ist es noch. Auch Rubylove hätte genau wie Moonshadow, Peace Train und Tuesday´s dead allein eine LP führen können. Das Album sollte sein bestes bleiben. Zur gleichen Zeit erschien seine erste Single mit dem Cover und Leitsong I want to live in a wigwam. Nie gehört? Macht nichts, die B-Seite war ja wichtiger: Morning has broken. Cat Stevens war nun im Geschäft, oder besser die Plattenindustrie. Nach der 5. LP erschien noch in 1971 der zweite Sampler Very young and early songs.
Zwar erschien anlässlich der Untermalung des Kult-Films Harold and Maude sein dritter Sampler "Harold and Maud", aber sonst lag Cat Stevens 1972 voll daneben. "Cat Bull at four" war kaum zu hören, geschweige den zu bekommen. Fast niemand konnte die Songs ins Herz nehmen, Can´t keep it in passte wie die Faust aufs Auge... Die zweite Single Crab Dance, na ja. Aber immerhin wurde klar, dass mit Sitting auf der B-Seite den eigentlichen Treffer gelandet werden sollte, denn dieser war in gewohnter Manier der LP entnommen.
Nur Insider und große Fans holten sich 1973 "Foreigner", dessen Titelsong weit über 18 Minuten dauerte. Nochmals eine Mischung aus Gefühl und Energie. Cat Stevens war nach wie vor ein großer Star und keiner nahm ihm übel, dass die letzten Songs nicht so ganz trafen. Diese Songs waren garnicht übel.
Die Religion schien langsam eine größere Rolle bei Cat Stevens zu bekommen. Wie sonst konnte man sich 1974 den Titel der 8. LP ("Buddha and the chocolate box") erklären. Der Titel Jesus erschien und auch wieder ein toller Hit mit Oh very young. So liebten wir ihn, unseren Cat. Ein Novum im gleichen Jahr, als die 9. LP "Saturnight" mit nur EINEM neuen Song erschien. Eine LP kostete 21 DM und eine Single nur einen Heiermann (5 DM). Alles klar? Aber auch another saturday night wurde ein Riesenhit in der großen Fangemeinde.
Gleich zwei Sampler erschienen im nächsten Jahr, 1975 schrieb man, und Mann und Frau kauften wenn verfügbar "The view from the Top" und auf jeden Fall – sogar mit dem neuen Song (Sampler !) Two fine people bestückt - "Greatest Hits", das bekannteste Cover denke ich (Cat in Che Chevara-Manier). Und auch ein Album, was mal zu Recht den Namen "greatest" trägt. Also, noch-nicht-Cat-Stevens-Fans: suchet und ihr werdet finden und bereichert sein – allerdings um ein paar € ärmer. Aber so eine Scheibe kostet ja auch nicht die Welt und ist die Nummer 1!! Apropos, "Numbers" erschien und gab mir Rätsel auf. Sollte ich austreten? Ich brauchte lange, um mich von dem Schock zu erholen.
Als auch andere wieder Luft bekamen, wagte man 1977 "Izitso". Cat Stevens verrät: (I never wanted) to be a star. Und fragt sich: was dog a doughnut? Hat Cat Stevens sich besonnen? Die Titel waren wieder gängig, nur der Hit fehlte. Seine dritte und letzte Single – zumindest in unseren Breiten – erschien mit "The Doves", B-Seite nochmals der Hinweis, dass er ja nie ein Star sein wollte. Zu spät! Der sechste Sampler "Cats Cradle" kostete nur noch 3,99 $.
Die letzte LP – wohlgemerkt in unseren Breiten – kam 1978. Er schien wieder auf den Boden gekommen zu sein: "Back to earth". Wieder schöne Songs, der Erfolg blieb leider aus. Die Erinnerungen an seine Mega-Hits war zu stark. Der Schatten der Erfolge lastete auf allem was kam. Um auch das klar zu sagen: Cat Stevens hat die Musikszene bereichert wie nur wenige andere "Stars". Er hatte solche Super-Songs und wir wollten eben mehr, mehr, mehr. Also keine Kritik, nein, Super-dupa Songs hast Du uns beschieden! Es blieb trotz aller Schwankungen eine schöne Zeit, die Cat Stevens uns beschert hat. Unsere beste Zeit. Wie sonst könnte man sich erklären, dass eine wahre Invasion von Samplern den Markt nach wie vor überschütten:
7. 1980 20 Super Hits by Cat Stevens 8. 1980 Cat Stevens 9. 1981 The first cut is the deepest 10. 1981 Morning has broken 11. 1982 Histora de la Musica Rock Cat Stevens 12. 1984 Footsteps in the dark 13. 1987 Classic Vol. 24 14. 1988 Early Tapes (das Cover erinnert an Blues-Brothers!) 15. 1989 First Cuts 16. 1990 The very best of (mit Cover wie in ´70 – ´71) 17. 1990 Where do the children play 18. 1995 Three (29 Titel!) 19. 1998 Digitally remastered 20. 1999 Remember Cat Stevens – the ultimate Collection
Eine kleine Sensation 2000 dann, als der 21. "Sampler The very best of Cat Stevens" erschien: ein neuer Titel ist aufgetaucht. I´ve got a thing about seeing my grandson grow old.
Tja, eine komplette Chronologie war das ja noch nicht. Also, was ist aus Cat Stevens geworden? Cat Stevens gibt es nicht mehr. Zumindest gibt es diesen Künstlernamen nicht mehr. Zuletzt hörte ich am 19.12.2003 von Yusuf Islam, geboren als Stephen Demetri Georgiou am 21. Juli 1948. Er nahm am Nelson Mandela Aids benefit Concert teil. Er sang seinen Hit Wild World in einer ihm eigenen Art. Er sang quasi gegen den Background Chor an. Sehen wir das frei nach dem norddeutschem Motto: "wat dem eenen sin Uhl, is dem andern sien Nachtigal". Also, mein Geschmack wars nicht und meine Erinnerung an Cat Stevens möchte ich mir durch Yusuf Islam nicht nehmen lassen. Und dass hat keinen politischen Hintergrund oder anders gefärbte Ideologie. Beileibe nicht, Gott bewahre. Bei seinem Auftritt wirkte er frei und fröhlich, super dupa drauf. Heute vielleicht wohler denn je...
Mein Tipp: vergessen Sie Cat Stevens nicht oder wenn Sie ihn noch nicht kennen: REINHÖREN!! Es lohnt sich - versprochen!
Hier erscheinen ab 26. Juni über einen externen Link Hinweise zu meiner 2 Internetseite, da meine Server bis mindestens 5. Juli nicht zur Verfügung steht.
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